Sonntag, August 27, 2006

Missionseinsatz in der Ukraine

Womit sollte ich am besten anfangen? Natürlich mit dem wichtigsten Ereignis des Jahres (was für mich zumindest sehr wichtig war)!!! Zwischen 15.7 und 29.7 fand unsere Missionsreise mit der Jugend nach Ukraine statt. Am Samstag zu frühen Stunde, in der Zeit, wo die Hähne noch am krähen sind, traf sich unsere Jugendgruppe an der Gemeinde um in der Kolonne den weg zum Flughafen (Frankfurt am Main) aufzubrechen.


Nach einem kurzen Gebet sind wir auch schon losgefahren und erreichten den Flughafen in knapp einer Stunde! Am Flughafen verlief soweit alles gut, außer dass die Zöllner etwas verwirrt von unseren Gipsrollen waren, die wie Dynamit verpackt waren. Nach der Abgabe des Gepäcks meinten einige von uns das wichtigste eines Flughafens zu besuchen….McDonalds, was sonst. Nach der Überprüfung der Pässe und unsern Leibs auf spitze Gegenstände und so weiter, haben wir uns in die Wartehalle begeben.


Nach wenigen Minuten durften wir auch schon das Flugding betreten. Das Flugding war nicht das neuste, aber auch nicht das älteste, trotzdem war ich sehr gespannt auf meinen ersten Flug. Die Leute waren ganz lieb und haben mich ans Fenster gelassen, aber leider saß ich genau in der Sicht des Rechten Flügels, aber man konnte trotzdem sehr viel erkennen! Die Ukraine war schon sehr nah, ich spürte es, weil man schon überall die Leute Russisch oder Ukrainisch reden hörte. Das Essen in dem Flugzeug war naja, aber wir haben’s trotzdem irgendwie genossen! Die Landung erfolgte nach etwa 3,5 Stunden im Flughafen Simpferopol (Heilverbrennungsbad Simpferopol war der neue Name für diese Stadt, nachdem wir einige Müllhaufen auf der Strasse brennen sahen)und das Auschecken hat dann auch überhaupt nicht lange gedauert. Empfangen wurden wir mit 2 Mercedes Sprinter, die in 12- und 15-Sitzer umgebaut wurden, was ermöglichte alle gleichzeitig nach Jalta zu transportieren.


Abgeholt haben uns der Pfarrer Benjamin aus der Gemeinde Jalta und sein Sohn Sergej, den ich auf der Fahrt nach Jalta näher kennen lernen durfte. Ich merkte plötzlich, dass ich doch vielleicht nicht umsonst mit geflogen bin, weil ich vorher irgendwie keine Lust auf die ganze Geschichte hatte, weil ich in der Kindheit nicht die besten Erfahrungen mit den Leuten und Sonstigem gemacht habe. Aber als ich plötzlich die „Geschwister“ aus der Ukraine kennen lernen durfte, habe ich festgestellt, dass sie sehr warmherzig sind und hatte mehr und mehr Lust auf den Einsatz bekommen. Nach etwa 90 Minuten und 90 zurückgelegten Kilometer erreichten wir die schöne Stadt Jalta und ihre Gemeinde dort.


Die Gemeinde hat Räume bereitgestellt, wo wir schlafen durften. Diese Räume werden normalerweise für die Kinderstunde oder altmodisch gesagt für die Sonntagsschule benutzt. Nach einer Dusche und etwas frischer Luft bekamen wir was Leckeres zu essen (die Gerüchte, dass das Essen so schlecht sei ist bei vielen deutschen Mitreisenden auch sofort verschwunden). Wenige Zeit nach dem Abendessen erschien auch die Jugendgruppe aus der Heimatgemeinde. Dieser Treff war für beide Jugendgruppen sehr außergewöhnlich, weil 2 ganz verschiedene Kulturen aufeinander trafen und außerdem konnte kaum jemand die Sprache des anderen. Trotz dieser Barrieren mussten wir uns irgendwie kennen lernen und die Lagerplanung auf die Touren bringen. Da ich Ukrainisch und Russisch einigermaßen beherrsche, durfte ich diesen Treff mit der Katharina durchgehend übersetzen, was zu gewissen Klarheit führte.


Nach dem Treff fühlte ich mich trotzdem irgendwie noch unwohl und orientierungslos, aber ich hatte zumindest schon mal ne grobe Vorstellung was in dem Lager passieren wird. Den Abend sind wir noch an der Strandpromenade spazieren gegangen, was auch schon einige Eindrücke hinterließ. Der Spaziergang dauerte aber nicht all so lange, weil alle schon sehr erschöpft waren und demnach sind wir auch bisschen früher schlafen gegangen. Morgens haben wir dann gefrühstückt und durften an einem über zwei Stunden langen Gottesdienst teilnehmen, wo einmal Jo Hummel und einmal Botho Heinz eine Predigt hielten. Nach so viel Gottes Wort sind wir noch mal in die Stadt gegangen um die Stadt Tagsüber zu betrachten und auch ein paar Geschäfte unsicher zu machen.


Um sechzehn Uhr war auch schon die Abreise nach Simpferopol angesagt. Mit 20 Jugendlichen aus Haiger und 20 Jugendlichen aus Jalta haben wir uns letztendlich auf den Weg gemacht und sind wieder so 1,5 Stunden später in einer absolut neu gebauten Gemeinde in Simpferopol angelangt. Dort wurden wir ganze zehn Tage während des Lagers bekocht und natürlich haben wir auch dort geschlafen. Das Kinderheim fand etwa halbe Stunde Autofahrt von unserer Gemeinde entfernt, das war wohl irgendein Dorf, das aber noch zu Simpferopol gehört.


Abends haben wir wieder nach dem Abendessen eine Besprechung gehabt, diese für Klärung einer oder anderer Sache noch dienen sollte, weil am nächsten Tag das Lager auch schon anfing. Am Montag sind wir dann das erste Mal in das Heim gefahren um erstmal etwas die Lage zu checken und uns ein bisschen an die Kinder zu gewöhnen und sie kennen lernen (der erste Tag war der schwierigste, deshalb war er unsortiert und durcheinander, also so zusagen ohne System). Als wir dort ankamen und das alte, hässliche Gebäude betraten, standen etwa 100 Kinder (das Durchschnittsalter bewegte sich so zwischen neun und fünfzehn Jahren) mit großen Augen auf einer Seite und auf der anderen Seite vierzig Mitarbeiter mit genauso großen Augen da und wussten noch nicht genau was auf beide zukommt.


Doch fünfzehn Minuten später sah die Geschichte ganz anders aus, denn Kinder hingen an den Mitarbeitern, wie Äpfel auf den Bäumen, trotz Unkenntnissen der Sprachen. Es hängt damit zusammen, dass man beim Sport und Spiel sich gar nicht unterhalten muss. An diesen Tag haben wir noch weiterhin viel gespielt und versuchten uns kennen zu lernen. Nicht nur die Mitarbeiter und Kinder, sondern auch Mitarbeiter und Mitarbeiter. Die weiteren Tage verliefen dann viel strukturierter ab. Der Tagesablauf sollte so aussehen:


Um acht Uhr gab es Frühstück und kurze Besprechung als Erinnerung, was diesen Tag so passieren wird. Um neun Uhr war die Abfahrt aus der Gemeinde in das Kinderheim.


Als wir da ankamen, wurde als Erstes die Technik für die Morgenversammlung aufgebaut, die um zehn Uhr begann. Bei dieser Versammlung haben wir gesungen und den Einstig in das Thema des Tages gemacht.


Wir hatten einen super Informatiker Petja am Start, der jeden Tag bis fünf Uhr Morgens am PC saß um Bildern und Videos zu einem Trailer von dem jeweiligen Tag zu sortieren. Diesen Trailer haben sich die Kinder sehr gerne bei der Morgenversammlung angeschaut. Um elf Uhr gab es eine Bibelstunde, wo das Thema des Tages den Kindern ausführlich beigebracht wurde und am ende der Bibelstunde mussten die Kinder einen goldenen Vers auswendig lernen, diesen sie bei dem Abendtreff als Gruppe aufsagen sollten.



Um zwölf Uhr gab es Interessen Gruppen (IG´s), diese zum größten Teil von der deutschen Gruppe durchgeführt wurden. Zu den IG´s gehörten Gipsmasken, Armbändchen, Bilderrahmen, Windlichter, Fahrräder aus Draht, Trommeln, Papierflugzeuge, Rainmaker und paar andere Sachen, die man so basteln kann.





Gegen halb zwei Gab es eine Mittagspause in der die Kinder und wir Mitarbeiter getrennt gegessen haben und einfach mal die Ruhe genießen konnten. Um fünfzehn Uhr gab es dann große Spiele oder große Sportspiele wie zum Beispiel Brennball etc.






So gegen siebzehn Uhr gab es eine Abendversammlung, wo wir wieder gesungen haben und den ganzen Tag so besprochen haben. Nach dieser Versammlung haben wir dann die Technik abgebaut, uns von den Kindern verabschiedet (was immer sehr lange gedauert hat, weil sie einen nicht loslassen wollten) und haben uns langsam auf den weg nach Hause gemacht. Da wir nicht genug Platz in den Mercedesbüsschen hatten, mussten vier Leute in einem Anhänger, der ganz abgedeckt war mitfahren. Das Problem bestand immer darin, dass dort absolut keine Luft war, es sehr heiß war und dass alles mit Technik zugestellt war. Die vier verrückten, die die zehn Tage freiwillig damit gefahren sind haben sich sehr schnell gefunden (Ich und noch 3 russische Brüder (Evgeni, Petja und Oleg)) und dabei auch ne menge Spaß gehabt. Am Ende wurden diese zu richtig guten Freunden von mir, weil wir uns auch so sehr gut verstehen.



Wo war ich noch mal? Ach so, ja, bei dem Tagesablauf bin ich stehen geblieben. Als wir dann abends in der Gemeinde ankamen, wollte jeder erst duschen, was aber nicht ging, weil es nur 2 Stück gab und weil das Wasser gegen zwölf Uhr abgestellt wurde (ja, da seht ihr mal, was wir hier für Luxus haben dürfen). Auf jeden Fall aßen wir so gegen einundzwanzig oder zweiundzwanzig Uhr zu Abend und dann fingen wieder die Besprechungen und Vorbereitungen für den nächsten Tag an. Weil ein oder anderer Ukrainer noch nachts einkaufen wollte oder in Internet Cafe gehen wollte, fuhren wir noch in die Stadt um diese Sachen zu machen (die Geschäfte sind dort nämlich vierundzwanzig Stunden am Tag offen). Ja gegen 2 oder 3 ging ich dann immer schlafen, war aber dann auch am nächsten tag immer fit, zumindest bis zum fünften Tag, da fing ich langsam krank zu werden und es wurde Tag zu Tag schlimmer, aber ich habe aus letzter Kraft bis zum bittern Ende durchgehalten. Was soll ich zu dem Kinderheim sagen: Also die Kinder in dem Heim sind größten Teils ganz normale Kinder, obwohl dieses Heim für geistig zurückgebliebene Kinder ist (das liegt daran, dass die Kinder sofort in dieses Heim eingestuft werden, wenn ihre Eltern saufen, oder Drogen nehmen usw.). Wir hatten mit den Kindern ganz viel spaß, obwohl manche auch etwas unterentwickelt waren, aber es lag nicht an ihrer Intelligenz sondern, weil die die wirklich Geistig zurückgeblieben sind mit denen in einer Klasse sind und sie keine Chance haben aus der Reihe zu springen. Das wichtigste war aber trotzdem nicht ihre Lebensumstände zu verbessern, sonder sie zu Jesus zu bringen, weil nur er ihr Leben und ihre Lebensumstände verbessern kann. An einem Tag wo der Jo die Predigt gemacht hat und die Kinder zum bekehren berief, haben sich dreißig bis vierzig Kinder bekehrt, was ein totaler Segen war und wir hoffen dass die Kinder an dem Glaubem fest halten und an der Bibel und Gebet ebenfalls!



Am letzten Tag gab es Feuerwerk und einen bunten Abend, wo wir uns von den Kindern verabschieden mussten. Da sie in dem Heim nicht so viel Aufmerksamkeit und Liebe bekommen, tat es allen Kindern weh, dass wir gingen und sie fingen dann alle an zu weinen, was mir auch in einigen Momenten passiert ist. Da gab es so fünf bis sechs Mädels die mir auch einen Brief überreicht haben, mir aber auch in der Lagerzeit keine Ruhe gaben, weil sie mich toll fanden oder was weiß ich (-no comment-). Das Lager war vorbei!


Was nun? Tja wir übernachteten noch eine Nacht in der Gemeinde Simpferopol und dann fuhren wir wieder nach Jalta um die letzten Tage dort zu chillen! In diesen Tagen waren wir sehr oft auf dem Privatstrand von dem Petja, was für alle ein sehr großer Segen war, weil in Jalta alle Strände sonst überfüllt sind (was für mich noch ein sehr großes Highlight war, war das Springen von einer sehr hohen Brücke (lebensgefährlich und so =))).



Dieses Mal haben wir nicht mehr in der Gemeinde geschlafen, sondern wurden auf Familien aufgeteilt. Gegessen haben wir bei Onkel Pastor zu Hause, was immer sehr lecker war!


Sonst haben wir das feeling der Stadt genossen und manch eine oder andere Fahrt auf einer Seilbahn, die 1234m über den Meeresspiegel lag.



Auch haben wir eine Bootstour gemacht, die zu einem Schloss auf einer Klippe führte. Dieses Schloss heißt "Schwalben Nest" und ist mehrere Meter über den Meeresspiegel. Bei dem heißen Wetter bekam ich dann total das Verlangen runter zu Springen, was aber verboten ist, seitdem einer ohne das verbeifahrende Boot gesehen zu haben drauf gesprungen ist und dabei starb.






Am letzten Abend gab es wieder einen bunten Abend, aber diesmal nur für Mitarbeiter und es war sehr sehr schön wieder alle beisammen zu haben, zusammen zu essen, zu singen und sich zu unterhalten. Am späten Abend wollten noch ein paar Mädels und Jungs mit mir einen letzten Spaziergang am Strand machen, was total schön war, was mich aber auch sehr traurig machte. Es lag und liegt daran dass ich diese Leute lieben gelernt hab und mich lange nicht mehr so wohl in einer Gruppe von Menschen gefühlt, diese ich aber bald verlassen musste. Ich habe 20 neue Freunde und Geschwister in der Ukraine gewonnen, was mich total fröhlich macht und ich hoffe wir verlieren uns nicht.


Der Flug am nächsten Tag war erfolgreich gelaufen und die Fahrt nach Simpferopol auch, obwohl da jede halbe Stunde drei Unfälle zu sehen gab (die Ukrainer fahren ja aber auch, ob sie nie einen Führerschein gemacht hätten (mmmh...sitmmt größten Teils auch)).


Am Ende denke ich nur, dass ich sehr froh bin, dass ich diesen Einsatz mitgemacht habe und ich weiß jetzt auf jeden Fall wo ich her komme und wohin mein Herz zum Teil hingehört (wohin mehr oder weniger verrate ich nicht). Seitdem ich zu Hause bin vermisse ich die Leute dort, aber bin auch sehr froh, dass wir so eine coole Jugend haben.

P.S. Ребята с украины! Я вас люблю и скучаю за вами! С богом

Ein fettes Hallo erstmal

Na Ihr! Ein fettes hallo erstmal von mir! Ihr fragt euch wahrscheinlich was ich die Ferien so gemacht habe und warum ich mich hier nicht gemeldet habe! Der Grund ist einfach der, dass ich die Ferien auf einer Seite sehr beschäftigt war und auf der anderen Seite unter chronischer Faulheit litt, und somit nicht in der Lage war hier was reinzustellen. Aber keine Angst, die Berichte kommen hier in nächster Zeit in zusammengefassten Texten zu Schein.